Rafaële Giovanola in der VIP-Lounge von Jahrbuch ballettanz 2008.
Rafaële Giovanola legt seit dem Ende ihrer Tänzerinnenkarriere richtig los. Gründet eine eigene Kompanie, choreografiert, heimst Preise wie Nominierungen ein und tourt mit immer neuen Projekten um den Globus. Bevor die Schweizerin in der freien Szene ihre eigenen künstlerischen Wege verfolgte, tanzte sie bei William Forsythe und war Pavel Mikuláštiks Muse in Freiburg, später in Bonn. Der Intendantenwechsel am Rhein stürzte sie erst in die Arbeitslosigkeit, entpuppte sich dann aber als Chance - mit Namen Cocoondance. Freiheit inspiriert. Und mit der Gelassenheit einer Künstlerin, die sich und anderen nichts mehr beweisen muss, produziert Rafaële Giovanola Stück um Stück. Erfolg um Erfolg. Intellektuelle Tiefe gibt ihren Arbeiten, die meist um die Rolle des Individuums in der Gesellschaft kreisen, ihr Mann und Dramaturg Rainald Endraß. So professionell die Macher, so improvisiert die Arbeitsbedingungen. Ein Glücksfall immerhin, dass die Stadt Bonn den beiden einen alten Ballsaal als freies Theaterhaus überließ, das diese seit 2004 mit einer Theatergruppe gemeinsam leiten und bespielen. Anerkennung zollt auch die Oper Bonn, die Cocoondance zu einer Kooperation im nächsten Jahr eingeladen hat. Jüngst entdeckte Rafaële Giovanola die choreografische Arbeit mit Schulkindern. Ihr erstes Projekt wurde nominiert, das zweite soeben von den Berliner Festspielen zum Theatertreffen der Jugend geladen - und prämiert. Nun plant Rafaële Giovanola eine Cocoondance-Juniorkompanie. Sie steht unter einem guten Stern. Bettina Trouwborst, VIP-Lounge, Jahrbuch ballettanz 2008