photo shooting HYBRIDITY November 2019


 REPERTOIRE

 

6 Darsteller, 1 Techniker

Bühne: 10 m x 12 m

 

Deutschland-Premiere: 18.09.2020,

Ringlokschuppen Ruhr Mülheim

 

Schweiz-Premiere: 23.09.2020,

Théâtre du Crochetan Monthey

 

In Koproduktion mit Ringlokschuppen Ruhr Mülheim, Théâtre du Crochetan Monthey, Malévoz Quartier Culturel, Hessisches Staatsballett/ Staatstheater Wiesbaden, Theater im Ballsaal Bonn

 

Gefördert durch Fonds Darstellende Künste, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, NRW Landesbüro Darstellende Künste e.V., RheinEnergieStiftung Kultur, Bundesstadt Bonn,  Pro Helvetia, ThéâtrePro Valais, Loterie Suisse Romande, Conseil de la Culture État du Valais 

 

Von und mit: Fa-Hsuan Chen, Martina De Dominicis, Álvaro Esteban, Tanja Marin Friðjónsdóttir/ Susanne Schneider, Anna Harms, Frédéric Voeffray

Choreografie:  Rafaële Giovanola

Komposition: Jörg Ritzenhoff, Franco Mento Licht, Raum: Boris Kahnert, Peter Behle Kostüme: Mathilde Grebot

 

Coachin Ballett: Isabelle Fokine

Coaching: Muay Thai: Priest West

Dramaturgie: Rainald  Endraß 

Produktionsleitung:

Daniela Ebert, Neele Renzland

Management: Mechtild Tellmann, GROUNDWORKERS

 

ÜBER DAS STÜCK 

 

 

Ballerina trifft auf Krieger, romantisches Ballett auf Thai Boxen, sublime Ästhetik auf Kriegskultur, Hochkultur auf volkstümliche Bewegungskultur. Auf der einen Seite das choreographische Ideal des immateriellen, ätherischen weiblichen Körpers, auf der anderen die des ertüchtigten kriegerischen männlichen.

 

Wie bereits bei den Stücken MOMENTUM und VIS MOTRIX inspiriert sich die Bonner Formation CocoonDance bei seiner Suche nach dem noch ‚ungedachten‘ Körper erneut an fremden Körpertechniken. Beide Bewegungsformen, Ballett und Muay Thai, gehören zum Kulturerbe und bilden tradierte Körperbilder in Asien und Zentral-Europa, könnten aber konträrer kaum sein.

 

Um das Material möglichst authentisch studieren zu können, finden Arbeitsphasen mit Isabelle Fokine, der Enkelin von Michail Fokine, die dessen Erbe verwaltet und Ballettkompanien weltweit bei den Einstudierungen der Choreografien berät, sowie mit Priest West, Welt- und Europameister in Muay Thai, statt.

 

Für eine Strategie der Hybridität gilt es, etwas miteinander zu vereinen, was bislang nicht miteinander verbunden war, weder räumlich noch zeitlich. Für das vorliegende Projekt eröffnet sie uns die Möglichkeit, durch die Verschmelzung zweier so gegensätzlicher Körpertechniken wie Ballett und Thai-Boxen neue Formen der Verkörperlichung zu generieren und zu einer Erweiterung unserer Definition des Körpers beizutragen.

 

Für die Erzeugung hybrider Modelle ist der Zeitgenössische Tanz geradezu prädestiniert, weil er sich wie keine andere Disziplin der künstlerischen Moderne „durch das Fehlen eines Erbes keineswegs disqualifiziert, sondern im Gegenteil gerade dadurch definiert. Stattdessen dämmert dort etwas Ungedachtes herauf, durch das der Körper seine eigene Geschichte neu erfinden könnte. Darin liegt das einzigartige Schicksal dieser verwaisten Kunst, die sich selbst aus dem Nichts gebären musste. Die gezwungen ist, sich eine weit entfernte, immer wieder unterbrochene Abstammungslinie zu suchen oder womöglich zu erfinden.“ (Laurence Louppe: Poetik des zeitgenössischen Tanzes)